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Keine Angst vor langen Röhren: Sicher durch den Tunnel

AUTOR: REDAKTION | 31. AUGUST 2018


Keine Angst vor langen Röhren: Sicher durch den Tunnel

Verhalten im Tunnel und Tunnelsicherheit

Die Fahrt durch einen längeren Tunnel ist bei vielen Autofahrern mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Dies ist nicht vollkommen unbegründet, lauern doch im Tunnel zahlreiche Gefahren und ist eine Flucht nicht ohne weiteres möglich. Durch moderne Technik sind die Tunnel jedoch in den letzten Jahrzehnten deutlich sicherer geworden. Und mit dem richtigen Verhalten kann jeder Verkehrsteilnehmer noch zusätzlich zur Sicherheit im Tunnel beitragen.

Verhalten im Tunnel

Schon vor der Einfahrt in den Tunnel sollten Sie das Abblendlicht einschalten und die Sonnenbrille abnehmen. Halten Sie sich unbedingt an etwaige Geschwindigkeitsbegrenzungen, fahren Sie jedoch auch nicht unverhältnismäßig langsam. Das unnötige Anhalten im Tunnel sollten Sie möglichst vermeiden. Wenn Sie eine Panne haben, versuchen Sie, zumindest die nächste Nothaltebucht zu erreichen. Stockt der Verkehr, so sollte im Tunnel eine Rettungsgasse gebildet werden, die es den Einsatzkräften ermöglicht, schnell zu einem Unfall vorzurücken. Im Tunnel sollten Sie auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand achten. Verkehrsexperten empfehlen, den üblichen Sicherheitsabstand zu verdoppeln. Bei einigen Tunneln schreiben Verkehrszeichen zudem einen Mindestabstand vor, beispielsweise 150 Meter. Wenden Sie auf keinen Fall im Tunnel! Notrufe sollten stets über das tunneleigene Notrufsystem abgesetzt werden.

Tunnel sind sicherer geworden

In den zurückliegenden Jahrzehnten hat modernste Technik Einzug in die Tunnel gehalten, was die Sicherheit der finsteren „Angst-Röhren“ von einst erheblich erhöht hat. Die meisten europäischen Tunnel sind heute hell ausgeleuchtet, wobei die Intensität im Gefahrenfall nochmals erhöht werden kann. Sollte das Licht wider Erwarten ganz ausfallen, so verfügen die Tunnel über selbstleuchtende Markierungen der Fluchtwege. Kameras ermöglichen den Blick auf das Geschehen im Tunnel auch aus der Ferne, wodurch auf Ereignisse im Tunnel entsprechend und schnell reagiert werden kann. So kann beispielsweise die Einfahrt zum Tunnel sofort gesperrt werden, wenn es zu einem Unfall oder Brand im Tunnel gekommen ist. Moderne Sicherheitssysteme überwachen permanent die Luftqualität und die Sicht im Tunnel und schlagen bei Veränderungen sofort Alarm. Zudem verfügen moderne Tunnel in regelmäßigen Abständen über Fluchtwege, die in eine Parallelröhre oder in einen Fluchtstollen führen.

Informiert bleiben: Radio einschalten!

Schon vor dem Einfahren in den Tunnel können Sie am Radio die Funktion Verkehrsfunk einschalten. Die lokalen Radiosender melden häufig Sperrungen oder Behinderungen im oder vor dem Tunnel, bevor Sie diesen überhaupt erreichen. Einige Tunnel verfügen zudem über eigene Sende- und Antennensysteme, die es den Einsatzkräften oder der Leitstelle ermöglichen, Anweisungen oder Hinweise über die Radiofrequenzen auszustrahlen. Lassen Sie das Radio und die Funktion Verkehrsfunk deshalb auch dann eingeschaltet, wenn im Tunnel kein Radioempfang möglich ist. Einige Tunnel verfügen über Hinweisschilder vor dem Tunnelportal, auf denen eine bestimmte Radiofrequenz angegeben ist, über die die Einsatzkräfte Warnungen und Hinweise ausstrahlen können. Sehen Sie ein solches Schild vor dem Tunnel, so stellen Sie die angegebene Frequenz am Radio entsprechend ein.

Verhalten im Brandfall

Kommt es in einem Tunnel zu einem Brand oder zu einer starken Rauchentwicklung, so sollten Sie den Tunnel schnellstmöglich über einen der Notausgänge verlassen. Hier besteht häufig auch die Möglichkeit, den Brand mittels Brandmelder oder Notrufstation zu melden. Materielles, Reisegepäck und Fahrzeug lassen sich ersetzen, das eigene Leben und das der Mitreisenden nicht. Stellen Sie den Motor ab, verriegeln Sie das Fahrzeug jedoch nicht und lassen Sie auch den Schlüssel im Zündschloss stecken. Dies ermöglicht der Feuerwehr und anderen Einsatzkräften, die Fahrzeuge bei Bedarf hin und her zu rangieren oder aus dem Tunnel herauszufahren.

Entstehungsbrand selbst löschen

Wenn es möglich ist, können Sie versuchen, einen Entstehungsbrand selbst zu löschen. Dies gilt selbstverständlich nur für Situationen, in denen Sie sich nicht selbst gefährden. Zu diesem Zweck stehen in Tunneln üblicherweise Feuerlöscher bereit, mit denen sich ein Kleinbrand im Motorraum oder ein brennender Reifen löschen lassen, bevor es zu einem Fahrzeugbrand kommt, der sich im Tunnel schnell zu einem Großfeuer ausbreiten kann. Die Feuerlöscher finden Sie entweder in Kästen an der Tunnelwand oder in Räumen, die vom Tunnel aus über eine Tür erreichbar sind. In jedem Fall ist ein deutliches Hinweisschild angebracht. Der Brand sollte zuvor per Notrufsäule oder Feuermelder gemeldet werden. Wenn der Tunnelausgang bereits in Sicht ist und Sie sich nicht selbst gefährden, können Sie das brennende Fahrzeug möglicherweise auch aus dem Tunnel herausfahren und erst außerhalb des Tunnels stoppen, um einen Tunnelbrand zu verhindern.

 

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