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Elektromobilität mit bis zu 4.000 Euro gefördert

Am Dienstagabend einigten sich der Bund und die deutsche Automobilindustrie bei einem Gipfel im Kanzleramt auf eine gemeinschaftliche Förderung der Elektromobilität in Deutschland. Demnach soll bereits ab Mai diesen Jahres der Kauf eines reinen Elektroautos mit 4.000 Euro gefördert werden, ein Hybride mit Verbrennungsmotor und aufladbarer Batterie erhält 3.000 Euro. Finanziert wird mit einer Summe von insgesamt 1,2 Milliarden Euro, die an eine Laufzeit bis spätestens 2019 gekoppelt ist. Sollten die Mittel bereits vorher aufgebraucht sein, endet die Förderung frühzeitig. Die Kosten für die Prämie teilen sich Bund und Hersteller zu gleichen Teilen. Weiterer Inhalt im Förderprogramm ist der Aufbau von 15.000 neuen Ladestellen bundesweit, beispielsweise an Supermärkten oder Sportplätzen. Dafür werden seitens des Bundes rund 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Hauptprobleme beim Ausbau der Elektromobilität waren bislang die vergleichsweise hohen Preise, eine oft zu geringe Reichweite und zu wenige Ladestationen.

Bedingungen für einen Kaufzuschuss

Wer den Kauf eines Elektrofahrzeugs mit Kaufprämie in Erwägung zieht, sollte auf einige Bedingungen achten. So bekommt man nur dann einen Zuschuss, wenn der gewünschte Hersteller sich an der vereinbarten Finanzierung zur Hälfte beteiligt. Bislang sagten bereits Daimler, Volkswagen und BMW einer Kooperation zu. Weitere Autobauer dürften folgen.

Des weiteren darf der Listenpreis des bevorzugten Basismodells einen Preis von 60.000 Euro nicht überschreiten.

Reaktionen aus Politik, Industrie und Verbänden

Das Bundeswirtschaftsministerium erhofft sich von den Maßnahmen vor allem einen Anstieg der Elektroautos über die Marke von 500.000. Damit soll gezeigt werden, dass die Technologie auch in Deutschland für den Massenmarkt geeignet ist. Außerdem will man mit dem Programm die Forschung intensivieren sowie die industrielle Fertigung künftiger Batterien hierzulande einleiten. Langfristig sollen ab 2020 eine Millionen E-Autos in Deutschland zugelassen sein, bisher sind es lediglich etwa 25.500 reine Elektrofahrzeuge und 130.000 Hybride.

Daimler-Chef Dieter Zetsche und VW-Chef Matthias Müller begrüßten die Maßnahmen. Zetsche schätzt, dass die Förderung die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ankurbeln und damit dazu beitragen wird, schneller als bisher E-Autos auf die Straße zu bringen. Damit soll auch die gesamte Mobilität in Deutschland nachhaltiger gestaltet werden. Daimler ist einer der Hersteller, die sich bereit erklärt haben, 50 Prozent der geplanten Kaufprämie beizusteuern. Damit wollen die Stuttgarter ihr Angebot weiter ausbauen. Matthias Müller sagte, man wolle mit der Förderung die Zukunft der Elektromobilität schneller beginnen lassen. Gemeinsam mit der Bundesregierung habe man wichtige Entscheidungen getroffen, um das Ziel von einer Millionen E-Autos bis 2020 zu erreichen.

Anders als bei Bund und Industrie hagelt es von Umweltverbänden Kritik am neuen Förderpaket. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Abgas-Affäre - von der mittlerweile eine Reihe von Herstellern betroffen ist - habe es einen faden Beigeschmack, nun mithilfe von Steuergeldern den Kauf von Elektrofahrzeugen zu subventionieren, so der Naturschutzbund. Auch die Opposition warnte vor einer negativen Wirkung für die Umwelt, da eine Kaufprämie Anreize für die Industrie schaffen könnte, nichts in die Verbesserung von Verbrennungsmotoren zu investieren.

 

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